In Nigeria sollen Siedlungen komplett aus den neuen Konstruktionselementen errichtet werden
Für Gerd Niemöller, Erfinder der SwissCell-Paneele und Verwaltungsrat der Schweizer THE WALL AG, geht ein Traum in Erfüllung: „Der Prototyp unseres ‚Universal World House‘ ist fertig. Es besteht vollständig aus dem von uns entwickelten Hybrid-Bauelementen, sogar Regale und Bettgestelle sind aus SwissCell.“ Zu besichtigen ist das revolutionäre Haus in Kiel-Altenholz, am Standort des SwissCell-Entwicklungszentrums. 36 Quadratmeter beträgt die Grundfläche, das Haus ist wetterfest, sehr stabil und bietet Platz für eine ganze Großfamilie.
„Unser Ziel war es von Anfang an, für die Slum-Gebiete dieser Erde umweltfreundliche, praktische und vor allem preisgünstige Wohnmöglichkeiten zu schaffen“, erklärt Niemöller. „Auf der Basis der SwissCell-Paneele ist dies endlich möglich.“ Nur rund 5000 Dollar kostet ein „Universal World House“ inklusive Basiseinrichtung. Nicht nur der Zusammenbau soll später vor Ort erfolgen, sondern auch die Produktion der Paneele. „Wir liefern lediglich die Rohstoffe und die automatisch laufenden SwissCell-Maschinen, alles andere erledigen einheimische Kräfte.“ Damit reduziert sich laut Niemöller einerseits der Transportaufwand, andererseits schaffe man damit Arbeitsplätze.
Zu den ersten Interessenten für SwissCell-Häuser gehört Chief Biodun Adeniji, Geschäftsführer der Jumbee Ltd. in Lagos, Nigeria. Insgesamt 2350 Wohneinheiten in etwa 300 doppelstöckigen Häusern sind geplant. Wie Adeniji während seines Besuchs in Deutschland erklärte, soll mit SwissCell ein modernes, schnell zu errichtendes und kostengünstiges Siedlungsprojekt realisiert werden. Die neu gegründete Delta State Oil Producing Area Development (DESOPADEC) in Nigeria sei ebenfalls interessiert, berichtet Niemöller. Und aus Angola lägen ebenfalls schon Anfragen vor. „Mit SwissCell sind wir auf dem besten Weg, Afrika zu erobern – und zwar in einer ethischen und humanitären Art und Weise“, meint Niemöller.



Hintergrund:
Bei SwissCell handelt es sich um Hybrid-Paneele in seit Jahrzehnten bewährter Waben-Technologie. Dabei besteht der Kern der Platten aus sechseckigen Strukturen, ähnlich einer Honigwabe. Dies ergibt äußerst stabile und dabei sehr leichte Halbfertigprodukte, beispielsweise für Tore und Trennwände, aber auch im Fahrzeug- und Flugzeugbau. Nachteile herkömmlicher Waben-Technologie: Die Zellkerne müssen aus einem Material bestehen, dass bei möglichst geringem spezifischen Gewicht hohen mechanischen Belastungen standhält, Aluminium beispielweise. Das macht die Fertigung aufwändig, teuer und energieintensiv.
Das gesamte Paneel – Waben und initiale Deckschichten – besteht bei SwissCell dagegen aus kunstharzgetränkter Cellulose (Papier), die sich in einem speziellen Verfahren unter großem Druck und hohen Temperaturen zu hauchdünnen, extrem stabilen und sehr leichten Strukturen verwandelt. Zell- und Deckschichten sind homogen miteinander verbunden, SwissCell-Paneele sind damit witterungsbeständig und lassen sich sogar zu Wasserbecken verbauen. Aufgrund der geringen Rohstoffpreise und der vollautomatischen Produktion ohne manuelle Montageschritte sind die Platten ausgesprochen kostengünstig herzustellen. Sie liegen beim Quadratmeterpreis erheblich unter vergleichbaren Waben-Paneelen und zielen daher auf einen Massenmarkt.
Ein weiterer großer Vorteil von SwissCell: Die einzelnen Waben lassen sich evakuieren, so dass im Innern des Paneels ein Feinvakuum herrscht. Dieses Vakuum bleibt auch bei der Montage fast vollständig erhalten, da nur die Waben an den Schnittkanten belüftet werden. Die Dämmleistung evakuierter SwissCell-Paneele entspricht etwa dem Zehnfachen herkömmlicher Hartschaumplatten bei nur einem Drittel der Kosten. So isoliert eine nur fünf Zentimeter dicke SwissCell-Platte genauso gut wie eine 50 Zentimeter dicke Platte aus Hartschaum. SwissCell leistet somit einen wertvollen Beitrag zur Energieeinsparung und daher zum Umweltschutz.
THE WALL AG ist eine 2008 gegründete Schweizer Aktiengesellschaft mit Sitz in Schaffhausen, deutscher Niederlassung in Ratingen bei Düsseldorf und Produktionsanlagen in Kiel-Altenholz. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt unter dem Markennamen SwissCell Konstruktionselemente auf Basis der Waben-Technologie (Honeycomb Technology). Dabei sind zwischen zwei oder mehr Deckschichten sechseckige Waben so miteinander verbunden, dass sich äußerst stabile und gleichzeitig leichte Montagepaneele in unterschiedlichsten Größen für vielfältige Einsatzzwecke ergeben. THE WALL AG verwendet für den Wabenkern mit Kunstharz getränktes Papier. Unter hohem Druck und großer Hitze verwandelt es sich zu einem sehr widerstandfähigen und zudem sehr günstig zu produzierenden Material. Dieses von dem Schweizer Ingenieurbüro TPHSwiss entwickelte und geschützte Produktionsverfahren erlaubt eine besonders schnelle, preiswerte und vollautomatische Herstellung von Wabenelementen für den Massenmarkt.
Eine besondere Form von SwissCell sind „Vacuum Isolated Panels“ (VIPs), bei denen in jeder einzelnen Wabe ein Feinvakuum herrscht. Diese Paneele eignen sich aufgrund ihrer sehr geringen Wärmeleitfähigkeit als leicht und kostengünstig verbaubares und daher ideales Isoliermaterial beispielsweise zur Dämmung von Hauswänden und -dächern. Gegenüber bisher vorherrschenden Verbundwerkstoffen zeigen alle SwissCell-Paneele eine deutlich günstigere Umweltbilanz: Das auf Cellulose aufbauende Grundmaterial lässt sich dem Recyclingkreislauf entnehmen, hinsichtlich des produktionsbedingten Energieeinsatzes ergeben sich durch die Verwendung stationärer Blockheizkraftwerke außerdem Einsparungen bei Stromverbrauch und Emissionen.
THE WALL AG wird vertreten durch die Verwaltungsräte Georges E. Müller, Klaus Rethmeier und Gerd Niemöller.
Kontakt: www.the-wall.ch |